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Praktikum für BWLer und Wirtschaftswissenschaftler

Praktika sind für Studenten wirtschaftswissenschaftlicher Fächer absolut sinnvoll und auch notwendig. Wer sein Studium abschließt, ohne ein Praktikum gemacht zu haben, hat nicht nur deutlich schlechtere Aussichten auf einen guten Job, sondern weiß höchstwahrscheinlich selbst noch gar nicht, ob das Studium überhaupt das richtige für ihn war, denn BWL in der Praxis unterscheidet sich doch sehr deutlich von BWL in der Theorie. Mittlerweile stehen aber auch an fast allen Hochschulen Pflichtpraktika auf dem Programm. Zumeist muss man vor Abschluss des Studiums mindestens drei Monate Praktikumszeit nachweisen. An einigen Universitäten und vor allem an Fachhochschulen werden auch ganze Praxissemester verlangt, teilweise integriert ins sechsmonatige Bachelorstudium, teilweise als zusätzliches siebtes Semester.
 

Praktikum vor dem Studium

Wer noch vor dem Studium steht und sich noch unsicher ist, welchen Studiengang er wählen soll, für den eignet sich ein Praktikum schon vor Studienbeginn sehr gut. Als Schüler oder Abiturient bekommt man in vielen Unternehmen auch für relativ kurze Zeitspannen einen Praktikumsplatz, für Studenten ist es dagegen meistens schwierig, eine Praktikumsstelle für weniger als drei Monate zu bekommen. Das liegt vor allem daran, dass Studenten, die schon etwas Fachwissen haben, komplexere Aufgaben anvertraut werden als Schülern und daher eine gewisse Einarbeitungszeit notwendig ist.

Dementsprechend sind die Aufgaben, die man als Schüler oder Abiturient im Praktikum bekommt, zwar oft nicht außergewöhnlich spannend, das Praktikum eignet sich aber dennoch meist gut, um erste Einblicke in eine Fachrichtung zu bekommen. Kümmert man sich rechtzeitig um einen Platz (mindestens 4 Monate vorher mit der Suche beginnen!), so kann man oft die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn sinnvoll mit einem Praktikum füllen.
 

Praktikum während dem Studium

Mindestens ein Praktikum während dem Studium ist für Studenten der BWL und anderer Wirtschaftswissenschaften absolut obligatorisch. Nicht nur, weil es sich im Lebenslauf gut macht, sondern auch, weil die so gewonnenen Praxiserfahrungen tatsächlich sehr wichtig für die fachliche und persönliche Weiterentwicklung sind und den Berufseinstieg nach dem Studium deutlich einfacher machen. Praktika eignen sich hervorragend, um erste Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen und vielleicht sogar die Möglichkeit zu bekommen, im entsprechenden Unternehmen seine Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben.
 

Den richtigen Praktikumsplatz finden

Bevor man anfängt, wahllos Stellenausschreibungen durchzuschauen, sollte man sich zunächst einmal ungefähr im Klaren sein, auf welchem Gebiet man sein Praktikum machen möchte, um dann gezielter suchen zu können. Der Aufgabenbereich, den man während des Praktikums hat, ist nämlich von Stelle zu stelle sehr verschieden.

Generell gilt, unabhängig von der Fachrichtung, in der man sein Praktikum absolviert: In Großunternehmen wird man tendenziell eher mit Hilfsaufgaben betraut (Erstellen von Berichten, Präsentationen oder auch das allseits beliebte Unterlagen kopieren), während man in kleineren mittelständischen Unternehmen oft mehr Verantwortung übertragen kriegt. Wie fast überall gibt es natürlich auch hier Ausnahmen.

Umso wichtiger ist es, sich vor Antritt eines Praktikums im Klaren zu sein, wo die konkreten Aufgaben tatsächlich liegen werden. In der Ausschreibung ist die Angabe der Tätigkeiten oft vage gehalten oder mit "Business-Sprache" so verklausuliert, dass kein normal denkender Mensch sie verstehen kann. In diesem Fall sollte man sich nicht scheuen, beispielsweise im Vorstellungsgespräch nochmals konkret nachzuhaken, was man denn tatsächlich während des Praktikums zu tun haben wird. Richtig verpackt macht eine solche Nachfrage keinesfalls einen schlechten oder misstrauischen Eindruck, sondern zeigt, dass man interessiert ist und sich mit dem Thema des Praktikums auseinandersetzt.

Stellenausschreibungen für Praktikumsplätze findet man auf bekannten Jobbörsen im Internet wie Monster.de, in der UNICUM Praktikumsbörse oder oft auch in eigenen Praktikumsbörsen der Universitäten. Die Universität Mannheim bietet zum Beispiel eine solche Praktikumsbörse. Über solche uniinternen Börsen findet man oft attraktive Stellen, die gar nicht öffentlich in anderen Jobbörsen ausgeschrieben werden.
 

Auslandspraktikum

Ein Praktikum im Ausland ist natürlich meist noch spannender als eines im eigenen Land. Man hat hier zusätzlich die Chance, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und eine andere Arbeitskultur kennen zu lernen. Auch machen sich solche Auslandsaufenthalte außerordentlich gut im Lebenslauf. Dementsprechend schwierig ist es dafür auch, einen Praktikumsplatz im Ausland zu finden. Oft werden nur Studenten genommen, die bereits andere Praktika absolviert haben, am besten mit sehr guten Bewertungen. Eine gute Möglichkeit an einen Auslandspraktikumsplatz zu kommen ist es meist, zunächst ein Praktikum im Inland bei einem Unternehmen zu machen, das auch im gewünschten Ausland tätig ist. Man wird dann bei Auslandsausschreibungen dieses Unternehmens meist bevorzugt. Viele Unternehmen haben ihre eigenen "Talentnetzwerke", in die man als ehemaliger Praktikant aufgenommen wird. Über diese werden dann gerne Praktikumsausschreibungen verschickt, die anderweitig gar nicht öffentlich gemacht werden.
 

Gehalt im Praktikum

Ob und wie viel Geld man für ein Praktikum bekommt, ist sehr unterschiedlich. Während Schülerpraktikanten normalerweise kein Geld bekommen, kann man als Student in der Regel schon erwarten, für seine Arbeit finanziell entschädigt zu werden. Je nach Branche liegt das Gehalt bei einem Vollzeitpraktikum mit 40 Wochenstunden zwischen meist zwischen 400 und 1000 Euro. Master-Studenten und fortgeschrittene Bachelor-Studenten haben bessere Aussichten auf ein höheres Gehalt als Studienanfänger. Besonders hoch liegt das Durchschnittsgehalt für Praktikanten bei Banken und Unternehmensberatungen.
 

Praktikum in der Unternehmensberatung

Praktikumsstellen in großen Unternehmensberatungen sind unter Wirtschaftsstudenten meist besonders beliebt. Nicht ganz zu Unrecht, denn diese gelten als hervorragende Karrieresprungbretter. Schaut man sich Vorstände, Abteilungsleiter und andere höhergestellte Mitarbeiter größerer Unternehmen an, so stellt man tatsächlich fest, dass von diesen ein ungewöhnlich hoher Anteil schon einmal in einer Unternehmensberatung gearbeitet hat.
Dementsprechend schwierig ist es allerdings auch, an einen Praktikumsplatz in einer Unternehmensberatung zu kommen. Meist werden nur Studenten mit ausgezeichneten Noten und sonstigen sehr guten Referenzen überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Hat man es zum Vorstellungsgespräch geschafft, erwartet einen in der Regel erst einmal ein mehrstündiges Assessment Center, in dem fachliche und persönliche Qualitäten geprüft werden. Kann man auch hier überzeugen, so darf man sich auf ein sehr spannendes Praktikum freuen. Üblicherweise wird man direkt voll ins Tagesgeschäft eingebunden, arbeitet vor Ort an Kundenprojekten mit und übernimmt von ersten Tag an Verantwortung. Die Lernkurve ist im Unternehmensberater-Praktikum in der Regel steil und man nimmt sehr viel aus seiner Praktikumszeit mit. Dementsprechend sollte man aber auch bereit sein, vollen Einsatz zu bringen. Studenten, die ein solches Praktikum absolviert haben, berichten oft von Tagesarbeitszeiten jenseits von 12 Stunden. Die wenigsten bereuen jedoch ihre Entscheidung für das Praktikum.
 

 


 

Interview:


Vanessa (23) studiert Internationale BWL im 6. Semester.

 
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